Auf den Spuren archaischer Chormusik in Sardinien: A-Capella-Festival in den Winkeln der Altstadt von Santu Lussurgiu

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Santu Lussurgiu, 2. Februar 2020. Singen ist in Sardinien Männersache. Dafür haben die einsamen Schäfer im bergigen Inselinnern gesorgt – möglicherweise sogar schon seit dem Ende der Jungsteinzeit. Canto a tenore wird dieser Satzgesang genannt, der klassischer Weise zu Viert gesungen wird. In dieser archaischen Urform wird er oft auf heute noch praktiziert. Nur einer singt dabei den Text und improvisiert, während die anderen drei ihn mit gutturalen Lauten begleiten, die nach einer Legende den Wind, das Blöken der Schafe und das Brüllen der Ochsen imitieren sollen.

In einigen Dörfer vermischte sich der Schäfergesang ab dem 17. Jahrhundert mit jenen gregorianischer Mönchen, die im letzten von vier Jahrhunderten spanischer Herrschaft seinerzeit begannen, sich auf der Insel niederzulassen. Die Unesco hat nach dem sizilianischen Marionettentheater den canto a tenore als zweites mündlich überliefertes, immaterielles Kulturgut im Jahr 2005 zum “Erbe der Menschheit” erklärt.

Am Freitag, den 14. Februar, kann man sich das live in Santu Lussurgiu anschauen und -hören – beim Chorfestival “Cantos in carrela” – Gesänge auf der Straße. Bei dem Fest singen allerdings nicht nur sardische Chöre, sondern auch ausländische, das ist inzwischen längst ebenfalls feine Tradition.

Wer vorher schon mal reinhören will, wie das klingen kann, möge die Reportagtage “Vier Freunde – auf Sardinien lebt der Männerchor” hören, die auf Deutschlandradio Kultur gesendet wurde und von Sardinien Intims Oberblogger Ulf Lüdeke produziert und auch moderiert wurde. Im Portrait die Sänger von Cuncordu Lussurzesu aus Santu Lussurgiu.

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