Spätsommer-Rückfall auf Eis gelegt: Gewitter und schwere Regenfälle übernehmen Regie

Höllisches Gebräu: Ein Blitz zuckt aus einer Wolke über Sardiniens Nordwestküste hervor, während Orion über den Klippen von Capo Caccia wacht. Foto: Daniele Macis

Cagliari, 25. Oktober 2020. Die heißen Oktobertage mit Spitzen bis zu 28 Grad sind Vergangenheit. Spätestens am Montag ziehen über Sardinien wieder Gewitterwolken hinweg. Betroffen sollen vor allem der Norden und Westen Sardiniens sein. Auch kräftige Regenfälle sind möglich.

Der Zivilschutz hat sogar eine “gelbe Warnstufe” ausgerufen. Betroffen sind die Gebiete um die Campidano-Tiefebene, die Gallura, den Logudoro, die Tirso-Region, Montevecchio Pischinappiu und Flumendosa Flumineddu. Seit dem Jahr 2013 sind die Behörden in erhöhter Alarmbereitschaft bei schwereren Regenfällen. In der zweiten Novemberhälfte waren damals bei heftigen Unwettern 16 Menschen auf der Insel ertrunken.

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Claudia, herbstwindumweht in der Marmilla, gesehen von Fiorsa.

Temperaturen ziehen an: Hoch beschert Sardinien
Herbst-Hitze zwischen 26 und 28 Grad

Cagliari, 21. Oktober 2020. Am Bruncu Spina fielen vor wenigen Tagen schon die ersten Schneeflocken – vielleicht, um die erste Skisaison Sardiniens (nach drei Jahren Sperrung und Bauarbeiten) mit dem neuen Sessellift gebührend anzukündigen, wer weiß. Doch wenn im Oktober die Temperaturen um ein paar Grad fallen, bedeutet das für den milden Herbst nur eines – nämlich nichts. Denn Temperaturen teils weit über 20 Grad sind bis Weihnachten auf Sardinien zumindest an den Küstengegenden nichts Außergewöhnliches.

Und so verspricht das Hochdruckgebiet, das gerade im Anmarsch auf die Insel ist, in der zweiten Wochenhälfte Temperaturen von 26 bis 28 Grad Celsius, frohlockt Matteo Tidili vom MetDesk. “Das gilt für die Tiefebenen im Innern der Insel und im Westen”, sagt Tidili, von Beruf Meteorologe, privat begeisterter “Stormchaser”. Über die spektakulären Fotos von Windhosen und Gewittern hat auch Sardinien Intim schon berichtet. Da das Hochdruckgebiet aus dem Süden von Afrika herüberwehen soll, gibt’s gratis auch gleich noch Scirocco dazu. Tidili arbeitet als Meteorologe bei regionalen öffentlichen Sender RaiNews für das Format “Buongiorno Regione Sardegna”. Wetter, das “perfekt für ein spätes Bad im Meer ist”, sagt Tidili.

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Magische Wetterküche in Vignola bei Cala Sarraina – gesehen von Daniele Macis.

Gewitter, Mistral, Temperatursturz:
Herbsttief hat Sardinien fest im Griff

Sassari, 15. Oktober 2020. Klamm und frischer wird es in diesen Tagen auch auf Sardinien. Ein Tiefdruckgebiet beschert der zweitgrößten Mittelmeerinsel einen Absturz der Durchschnittstemperaturen von vier bis fünf Grad unter dem Saisondurchschnitt, sagen mehrere Wetterdienste gleichlautend voraus. Hinzu kommen vor allem an Westküste Gewitter und auch ein deutlich anziehender Mistral.

Die Maximaltemperaturen werden den Vorhersagen zufolge an der Küste sogar unter 20 Grad liegen, in den Bergregionen liegen sie sogar nur um die 10 Grad. An der Ostküste Sardinien liegen die Oberflächenwassertemperaturen (hier geht’s zur 3-Tage-Vorschau für alle vier sardischen Meere) mit knapp 22 Grad sogar über den maximalen Lufttemperaturen.

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Video: Herbststurm umschäumt “Bootsfresser” –
Sardiniens faszinierendsten Leuchtturm

Calasetta, 3. Oktober 2020. Der Sassarese Daniele Macis hat sich in den letzten Jahren zu einem der profiliertesten sardischen Naturfotografen entwickelt. Seine Spezialität sind neben den schönsten Küstengebieten in seiner Heimatprovinz auch meteorologische Phänomene wie Gewitter und Stürme. In den letzten Septembertage ist ihm auf der Halbinsel Sant’Antioco im äußersten Südwesten Sardiniens ein spektakuläres Video von einem der faszinierendsten Leuchttürme gelungen, dessen Name schon auf die Gefahr des Meeres in dieser Region hinweist: “mangiabarche” – “Bootsfresser”.

Sardiniens Meer wärmer als die Luft

Das Meer türmt sich vor der Südwestküste hier besonders hoch auf, wenn der Libeccio von nahen Afrika aus Richtung Südwest oder von Nordwest als Mistral (wie auf dem Video von Daniele) gegen das sardische Festland bläst. Der Herbst ist die beste Zeit, um Stürme genießen zu können, denn Luft und Wasser sind in der Regel noch sehr warm. Gelegentlich ist das Meer sogar deutlich wärme in dieser Jahreszeit, wenn sich mal eine Kaltfront in diese Mittelmeerregion verirrt – so geschehen vor einer Woche, als Unwetter die Luft auf teils unter 20 Grad fallen ließen, während das Meer an vielen Stellen noch um die 25 Grad maß. Auch jetzt ist es noch 23 Grad warm am Canale di Sardegna, wie das Meer im Südwesten Richtung Tunesien heißt.

Wen die Oberflächenwassertemperaturen bis zu einem Meter Tief in der 3-Tage-Vorschau interessieren, der wird auf dieser Seite von Sardinien Intim glücklich werden.


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