Viel mehr als Meer im Herbst: Sardinien verzaubert mit Kultur, Musik und endlos Essen in der Barbagia

Die schweren Regenwolken der letzten Tage haben sich verzogen, jetzt kehrt auf Ichnusa („Fußabdruck“), wie die geistreichen Griechen Sardinien nannten (und die Sarden 2000 Jahre später ihr bekanntestes Bier) der warme Herbst zurück. Und der ist neben Meer noch von viel mehr geprägt – im Herbst vor allem von den Dorffesten „Autunno in Barbagia“ und Jazzfestivals.

Zwar sind die Kirmessen in Sardinien in den letzten Jahren etwas nervend, da inflationär geworden. Es reicht, dass in einem Dorf mehr als eine Person irgendetwas erntet oder backt, und schon feiert das ganze Dorf die „Sagra della Polenta“ (die alles, nur nicht sardisch ist) oder die „Sagra della Salsiccia Sarda“ (die sardische Salsiccia gibt es, vor allem mit Anis und Vernaccia gewürzt ist sie wirklich formidabel; ob es die Sagra wirklich gibt, da bin ich mir gerade nicht so sicher 😉 ). Aber die Feste von „Autunno in Barbagia“, ‚Herbst in der Barbagia‘, sind wirklich etwas Anderes.

Zum einen, weil diese Dorffeste eine exzellente Gelegenheit sind, Lebensmittel aus den jeweiligen Ortschaften zu den Mahlzeiten zu probieren (oft improvisiert mit einem Verkaufsstand und ein paar Bänken und Tischen vor dem Geschäft oder eigenen Haus oder in Kantinen und Vorhöfen) oder auch zu Mitnehmen zu kaufen.

Zum anderen sind diese Veranstaltungen eine schöne und gesellige Gelegenheit, sich die Handwerksprodukte, von denen es sehr viele (Möbel, Hirtenmesser, Korkgegenstände oder gediegene sardische Kleider, die immer mehr in Mode kommen, um nur einige Beispiele zu nennen), die Sarden selbst etwas besser kennenzulernen.

Denn viele von ihnen nutzen die Gelegenheit, die Gäste, die inzwischen gleich einer Prozession aus allen Teilen der Insel in die zwei Orte strömen, die jeweils an einem Wochenende dran sind, ihre Werkstätten oder gar Häuser zu zeigen. Nicht selten wird ein Becher Wein mit frischem Gebäck zur Begrüßung gereicht. Und die Gastgeber lieben es, ihre Arbeit vorzustellen und ein Schwätzchen mit den Besuchern zu halten. Nicht von ungefähr nennen die Sarden selbst diese Veranstaltungsreihe auch oft „Cortas apertas“, was auf Sardisch „offene Höfe“ bedeutet. Die Gastfreundschaft ist hier also wirklich Programm – und man kann Dinge sehen, die man sonst nicht so leicht zu Augen bekommt.

Organisiert und gefördert wir die Veranstaltung von der Camera di Commercio aus Nuoro, die die bergige, wilde Region im herzen der Herzen der Insel so besser bekannt machen will.

Hier eine Liste mit Links von Dörfern und Daten. Buon divertimento!

Oktober 2018

Hier gibt einen Link mit einem Überblick zu allen Festen von Autunno in Barbagia.

 

 

 

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