Galaktischer Sternenzauber über Sardinien

Die 'Sette Fratelli' (sieben Brüder) direkt  unter dem Polarstern      Alle Fotos © Ivan Petretti

Die ‚Sette Fratelli‘ (sieben Brüder) direkt unter dem Polarstern Alle Fotos © Ivan Petretti

Wer eine Schwäche fürs Mittelmeer und Sterne hat, sollte vorsichtig sein beim Betrachten der Bilder von Ivan Pedretti. Denn es könnte durchaus sein, dass sich die Betroffenen nicht mehr lösen können von der betörenden Schönheit dieser Werke.

Das Unglaublichste an der Geschichte von Pedretti ist, dass dieser 43-jährige Inselhauptstädter vor erst vier Jahren mit dem Fotografieren begann, und zwar als das, was er noch immer ist: als purer Autodidakt. Mitten in den Wogen eines spät begonnenen Chemieingenieur-Studiums packte den Cagliartiano die Lust am Lichtbildnern. Zuerst meist märchenhafte Mimosen, kolossale Klippen, traumhafte Tälern und andere Naturschönheiten. Und dann, aus purer Lust am Spielen und ausgestattet mit einer Digitaltechnik, die inzwischen mit astronomischen Belichtungszeiten, unvergleichlich besser ausnutzbaren Lichtempfingdlichkeiten und galaktisch sensiblen Fotosensoren in Dimensionen vordringt, die nie zuvor ein Mensch gesehen hat…

Pedrettis Bilder erinnern an digitale Kunstwerke, deren Hintergrund – das Firmament – für Science Fiction zu einhundert Prozent am Computer enstanden sind. Und zwar weniger, weil sie unwirklich wirken, da sie Dinge abbilden, die das menschliche Auge so nicht wahrnehmen kann. Sondern eher deswegen, weil sie uns eine Dimension, einen Blick auf die Erde im All erschließen, die wir sehr wohl erahnen können, da wir die Milchstraße auch mit bloßem zumindest als blasses Band wahrnehmen.

Pedrettis Blick auf das Universum gibt uns eine viel bessere Vorstellung davon, wo sich unsere Erde eigentlich befindet und macht schwer nachvollziehbare Zahlenwerke plastisch. Sie helfen uns zu verstehen, dass unsere Sonne nur eine von hochgerechneten 200 Milliarden in unserem eigenen Sternensystem (ein Stern ist das gleiche wie eine Sonne – ein Himmelskörper, der – angetrieben durch Kernfusionen – von selbst leuchtet) ist, Galaxis genannt. Dass unsere Welt nur eine von mehreren Milliarden anderen Planeten allein in unserer Galaxis ist. Eine wie die Andromeda-Galaxie, die 2,5 Millionen Lichtjahre von uns entfernt wie eine aus Sternen bestehende Diskusscheibe im All schwebt, 140.000 Lichtjahre breit (unsere Milchstraße: 100.000 Lichtjahre). Und dass die Milchstraße, die wir am Himmel wahrnehmen können und Pedrettis Aufnahmen so eindrucksvoll abbilden, nichts weiter ist als ein Blick aus dem Innernen eines der Spiralarme durch den selben auf die Nachbarsonnen in unserer Galaxis. Die ihrerseits wiederum, wie die Astronomen längst bestätigt haben, von Dutzenden Milliarden Planeten umkreist werden. Und mit großer Wahrscheinlichkeit auch andernorts Leben beherbergen, dass zumindest an einigen Orten vielleicht dem auf unserer Erde ähneln könnte.

Obwohl Pedretti nur noch drei Prüfungen zum Examen fehlten, konnte er das Studium bislang nicht abschließen. Und das hat einen besonderen Grund: Kurz vor den Prüfungen in vergangenen Frühjahr gewann er nämlich mit einem seiner Michlstraßen-Aufnahmen den „Sony World Photography Award“ in der Kategorie „Landschaften“ bei den Amateuren – einer der begehrtesten Preise unter Fotografen überhaupt. „Mein Telefon stand nicht mehr still, von überall riefen sie an und haben mich interviewt, über meine Bilder geschrieben“, sagt der 43-Jährige. Der die drei Prüfungen natürlich nun nachholen will. Aber dennoch überlegt, künftig vor allem als Fotograf zu arbeiten.

Hier geht es zu zwei Webpages von Ivan (http://500px.com/wildlifemoments und http://www.thewildlifemoments.com/)

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