„Faber in Sardegna“ – Hommage an Fabrizio de André

Fabrizio de André auf seinem Anwesen 'L'Agnata' in der Gallura.         Foto: Microcinema

Fabrizio de André auf seinem Anwesen ‚L’Agnata‘ in der Gallura. Foto: Microcinema

Vorhang auf für eine Hommage der besonderen Art, die an die tiefe Verbindung von Italiens legendärsten Liedermacher Fabrizio de André mit der zweitgrößten Mittelmeerinsel erinnert: „Faber in Sardegna“. Regisseur und Musikethnologe Gianfranco Cabiddu erzählt in diesem einstündigen Dokumentarfilm, der am 27. Mai 2015 in Italiens Kinos Premiere hat, anhand kaum bekannter Filmdokumente, die den genuesischen Liedermacher in familiärer, landwirtschaftlicher Atmosphäre in seinem Haus „L’Agnata“ zeigen, das an den Hängen des Monte Limbara in der Gallura inmitten dichter Korkeichenwälder steht (siehe Kultur-Tips Sardinien).

Cabiddu, der sich neben der Verfilmung von Giorgio Atzenis Roman Il figlio di Bakunin (1997) vor allem mit Dokumentarfilmen über Sardinien wie Sonos e memoria einen Namen gemacht hat, interviewte zahlreiche sardische Freunde und Künstlerkollegen de Andrés, darunter den sardischen Jazz-Trompeter Paolo Fresu und den genuesischen Star-Architekten Renzo Piano.

De André war im August 1979 mit seiner Frau Dori Ghezzi in Tempo Pausania von Unbekannten entführt und Weihnachten des selben Jahres von seinen Peinigern freigelassen worden – und hat auch danach der Insel nie seinen Rücken gekehrt. „Das Leben in Sardinien ist wahrscheinlich das beste, dass sich ein Mensch wünschen kann: 24.000 Quadratkilometer Wald, Felder und Küsten, die sich in einem wundervolles Meer senken. Das sollte mit dem übereinstimmen, was uns der liebe Gott als Paradies schenken könnte“, hatte de André einmal über die Insel gesagt, die mit mehreren Liedern auch in seinem umfangreichen Werk verewigt ist. „Sardinien ist ein Ort, an dem soziale Spannungen existieren. Doch sie werden gemildert durch unmittelbaren Kontakt mit der Natur und einer tiefen Moral und Gastfreundschaft.“

Ergänzt wird der einstündige Dokumentarfilm durch einen technisch überarbeiteten Mitschnitt des umjubelten, letzten, ebenfalls etwa einstündigen Konzerts, das der Genuese im Februar 1998 im Teatro Brancaccio Rom gab. De André starb am 11.  Januar 1999 – einen Monat vor seinem 60. Geburtstag. Das Programm-Kino „Greenwich d’Essai“ in Cagliari, Via Sassari 66/67, veranstaltet zur Premiere zwei Programmabende – Mittwoch, 27. Mai um 19.15 Uhr und Donnerstag, 28. Mai 2015 um 21.30 Uhr.

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