Aktuelle Schneehöhe auf Sardiniens einziger Skipiste: 2,2 Meter

Auch mit Schneeschuhen oder Tourenski ein unvergessliches Winterspektakel: Der Bruncu Spina Foto © Ulf Lüdeke

Skifahren und Sardinen – zwei Dinge, die nicht zusammenpassen? Ein Blick auf den Bruncu Spina, Sardiniens zweithöchsten Berg einen Steinwurf vom Golfo di Orosei entfernt reicht, um sich vom Gegenteil zu überzeugen. Zurzeit beträgt die Schneehöhe auf dem 1829 Meter hohen Berg, der nur sechs Meter niedriger ist als das Inseldach Punta La Marmora, zwischen 60 und 220 Zentimeter. Die aktuellen Schneehöhen sind auch über Sardinien Intim abrufbar.

Der Bruncu Spina ist als Skiberg eine bizarre Überraschung auch für alpenverwöhnte Skifahrer. Denn vom knapp 1000 Meter langen Tellerlift, dem einzigen ernstzunehmenden Skilift der gesamten Insel, gehen zwei rote und zwei schwarze Pisten ab. An der Talstation, die samt geräumigen Hütten-Restaurant wie die Liftanlage selbst vom Skiclub Fonni betrieben wird, gibt es auch noch einen kleiner Schlepplift für Anfänger – insgesamt immerhin drei Kilometer unverhofftes Pistenvergnügen.

 

Hier seinen Winterurlaub langfristig zu planen, ist wenig ratsam, denn die Wetterverhältnisse können selbst dicke Schneedecken binnen weniger Tage wie Butter wegschmelzen. Oder zu Mini-Gletschern zusammenschmelzen lassen, die der Piste zu knochenbrecherischem Ruhm verholfen hat. Eine zusammenhängende Saison mit Pisten, die mehrere Wochen hintereinander geöffnet waren, hat es bislang äußerst selten gegeben.

Der Skiclub besitzt dennoch sogar eine Leitner-Schneekatze. Und am Saisonende gönnen sich die sardischen Skilehrer regelmäßig eine “settimana bianca” in Cervinia am Monte Cervino, wie das Matterhorn auf Italienisch heißt.

Doch schnurren wird die in diesem Winter zumindest für Skifahrer leider nicht: Die Liftanlagen bleiben wegen Wartungsarbeiten geschlossen.

Für eine Tourengeher- oder Schneeschuh-Gaudi als Abwechslung zum Wellenreiten oder Karneval in der Barbagia reicht es aber allemal. Und etwas weiter unterhalb der Bergstation sind wenigstens zwei bis zu 400 Meter lange Schlepplifte in Betrieb, bei denen man sich auch Skiausrüstungen und Schlitten ausleihen kann – am Monte Spada und bei Separadorgiu. Am Monte Spada soll bald sogar eine Beschneiungsanlage errichtet werden.

Wer das Glück hat, im November nach einem heißen Herbst oder im März nach einem milden Winter auf Schnee am Bruncu Spina zu treffen, kann auch ein einigermaßen entspanntes Bad im Mittelmeer vor oder nach dem Pistenvergnügen einplanen. In einer Stunde etwa erreicht man mit dem Auto Arbatax. Im Augenblick ist das allerdings eher was für Kneipp-Freaks: die aktuelle Wassertemperatur liegt an der Ostküste derzeit bei 14,3 Grad.

Wer Lust auf einen Vorgeschmack zum Wedeln in Sardinien zwischen Mittelmeer und Mamuthones hat, dem sei diese Radio-Reportage empfohlen, die Ulf Lüdeke für den Bayerischen Rundfunk gemacht hat:

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