Ex-Formel-1-Star Nico Rosberg spendet für Feuer-Opfer der Montiferru-Region – Proteste bei Autorennen in Teulada

Nico Rosberg in der Montiferru-Region. Foto: Facebook Nico Rosberg

Santu Lussurgiu/Teulada, 25. Oktober 2021. Ex-Formel-1-Star Nico Rosberg hat bei einem Sardinienbesuch das Gebiet des verheerenden Waldbrandes in der Montiferru-Region an Sardiniens Westküste besucht. Der 36-jährige Wiesbadener spendete bei der Gelegenheit einen größeren Betrag für die Brandopfer. Der Anlass für Rosbergs Besuch war jedoch ein Geländewagenrennen im Süden der Insel – bei dem es zu Protesten von Umweltschützern kam. Die richteten sich allerdings nicht gegen die Rennteams, sondern gegen das Militär.

Rosberg, der vom Präsidenten des Roten Kreuzes von Sardinien, Sergio Piredda, in die Montiferru-Region begleitet wurde, zeigte sich betroffen von den Ausmaßen des verheerenden Brandes in den letzten zwei Juliwochen. „Es ist schockierend… 20000 Hektar vom Feuer zerstört, wir sind hier, um dir zu helfen, Sardinien!“, schreibt Rosberg auf seinem Facebook-Account. Dutzende Sarden überschütteten den deutschen Rennfahrer mit Dankbarkeits-Kommentaren. Rosberg spendete mit seinem Rennteam 39.000 Euro, die den betroffenen Familien zugute kommen sollen. Und manch der einer einheimischen Kommentatoren vermisste ähnliches Engagement unter italienischen Prominenten.

Rosberg und Mitarbeiter des sardischen Roten Kreuzes.

Protest gegen die zahlreichen Nato-Truppenübungsplätze auf Sardinien

Der Besuch in der Montiferru-Region war allerdings nur ein karitativer Abstecher des Sportlers, der auf die Insel gekommen war, weil sein Team an einem „Extreme E“-Rennen teilgenommen hat – ein Geländewagenrennen mit E-Autos, bei dem bis zu 544 PS starke E-SUV im Kampf um den „Island X Prix“ um die Wette fuhren. PS-Boliden, die in 4 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen.

Das Rennen fand auf dem Nato-Truppenübungsplatz bei Teulada statt und war nur aus diesem Anlass für das Pubikum geöffnet worden. Denn normalerweise üben hier zu Land und zu Wasser Nato-Staaten Krieg – mit schwerem Gerät, Panzlern, Schiffen und scharfer Munition. Was kaum jemand weiß: Die Trauminsel ist nicht nur für Urlauber, sondern auch für die italienische Armee und die Nato ein Traum. Denn auf der Insel liegen 80 Prozent des Truppenplatzareals von ganz Italien.

Das Rennen und das gesteigerte Interesse der Öffentlichkeit nutzten daher auch einige Umweltverbände, um gegen die Anwesenheit des Militärs zu protestieren. Die Gruppe „A Foras“ erklärte, dass es bei dem Protest nicht um das E-Auto-Rennen gehe. „Es geht ums Prinzip, dies ist Sardischer Boden, vom Militär verseucht, und wir Einwohner dürfen ihn nicht betreten. Jetzt aber wird für ein paar Stunden alles geöffnet, und die Leute spazieren auf der giftigen Erde rum“, zitierte das Portal Sardiniapost einen Sprecher der Initiative. „Das Geld ruft, die Waffen antworten.“

Immer wieder wird gefordert, dass sich das Militär komplett von der Insel zu zurückiehen soll. Der Boden gilt auf mehreren Truppenübungsplätzen versucht von Schwermetallen, die in der Miunition enthalten sind. In der Nähe der Truppenübungsplätze gibt es seit etlichen Jahren auffallend hohe Krebsraten. Und bei Tieren treten immer wieder Fälle von Missbildungen auf.

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