12 Meter langer Finnwal cruist vor dem Hafen von Cala Gonone

Ein seltenes Schauspiel hat sich am 7. Mai unweit des Hafens von Cala Gonone am Golfo di Orosei geboten: Ein Finnwal (Balaenoptera physalus) hat mit seinem markanten, langen Rücken mit der extrem weit hinten liegenden, kleinen Rückenflosse ein paar Bootsausflügler entzückt.

Dieser kolossale Kollege (Gruß von Säuger zu Säuger) schafft Geschwindigkeiten von bis zu 50 km/h – und ist damit schneller als fast alle anderen Großwale. Neben Krill schnabuliert Balaenoptera physalus auch kleinere Fische, die ob der benötigten täglichen Nahrungsmenge von bis zu zwei Tonnen natürlich im Schwarm verschlungen werden.

Gourmets sind die Finnwale nicht – sie fressen und trinken gleichzeitig, zumindest für eine Weile… Denn bei beiden Jagdtechniken verschlingt Kollege Finnwal neben den kleinen Krebstieren und Fischen bis zu rund 80.000 Liter Meerwasser, was sein Volumen kurzzeitig verdoppelt. Anschließend presst er das Wasser wieder aus seinem Maul, wobei das Menü dann spätestens an den Barten hängenbleibt.

Drei Beispiele, bei denen Haie vor der sardischen Küste Delphine angeknabbert haben.

Auf dem Facebook-Portal „Sardegna Geographic“ kursieren seit Kurzem ein paar weniger appetitliche Bilder von Delphinen, die ihrerseits Futter von Haien geworden sein sollen – und zwar von Makohaien (oder: Kurzflossen-Mako) und dem Weißen Hai, der sich immer wieder mal in Mittelmeergestade verirrt. Die Bilder stammen vom „Centro recupero cetacei e tartarughe marina“ der  Laguna di Nora an der Westküste des Golfo degli Angeli, wie die große Bucht von Cagliari heßt.

Auch bei der Mattanza, der alten, traditionellen Art des Thunfischfangs, die im gesamten Mittelmeer zuletzt nur noch auf der Isola di San Pietro am Südwestzipfel Sardiniens professionell betrieben wurde, kam es immer wieder zu Haiangriffen – weil sich Fuchshaie, die wie die Makohaie zur Art der Makrelenhaie gehören, in den riesigen Reusen-Fallen der Tonnara verirrt haben – und den Tonnarotti ihren eigenen Fang weggefressen haben.

Doch die alte phönizische Fangart mit Netzfallen vor der Küste, die sogar Greenpeace als einzige nachhaltige Thunfischfangmethode lobte, ist so gut wie verschwunden. Schuld sind die niedrigen Fangquoten, die es für die genuesischen Betreiber der letzten alten Tonnara des Mittelmeers auf der Isola di San Pietro finanziell unrentabel machen, die Fische auf diese Art fangen und per reiner Muskelkraft  bei der „Mattanza“ (Blutbad) aus dem Meer zu holen.

Wen diese alte, unglaublich archaische und faszinierende Art des Thunfischfangs interessiert, dem sei dieser Artikel auf Sardinien Intim empfohlen (mit Links zu Radio-Reportagen auf Deutschlandradio Kultur).

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