Bald wie Mallorca? Proteste gegen Regierungspläne: Solinas will Bauverbot in 300-Meter-Streifen an Sardiniens Küste kippen

Eine der einsamsten, wildesten und schönsten Küstenabschnitte Sardiniens: die Costa Verde, hier der Spiaggia di Gutturu e Flumini, gesehen von Fotograf Andrea Meloni, der hier seine Heimat verewigt.

Cagliari, 28. Juni 2020. Die Proteste gegen die Pläne der Solinas-Regierung in Sardinien, nach fast 30 Jahren Verbot künftig erstmals auch wieder innerhalb der 300 Meter breiten Sperrzone entlang der Küstenlinie bauen zu dürfen, geht in die entscheidende Runde. Am kommenden Mittwoch, den 1. Juli, soll die geplante Gesetzesänderung im sardischen Parlament in Cagliari debattiert werden.

Der Plan der Regierung Solinas (Partito Sardo d’Azione), seit März vorigen Jahres im Amt und an der Spitze einer Koalitionsregierung, zu der auch die fremdenfeindliche Lega gehört, stößt auf immer größeren Widerstand in Sardinien. Denn im Gegensatz zu allen anderen Mittelmeerinseln ist Sardinien bislang fast komplett verschont geblieben von den ätzenden Hotel-Betonklötzen, die die einzigartig schöne Küste verschandeln. Keine Bettenburgen, und wenn, dann meist unauffällig ins Ambiente eingefügt, würde sich die Insel, die so anders ist als alle anderen im Mittelmeer, damit einen ihrer größten Vorteile verspielen, wenn das Bauverbot innerhalb der 300-Meter-Marke zur Küstenlinie fallen würde.

“Böldsinniger, selbstverstümmlerischer Versuch”

Inzwischen haben mehr als 27.000 Menschen inzwischen eine Petition an den italienischen Tourismusminister und den sardischen Ministerpräsidenten Christian Solinas unterschrieben, die sich gegen die geplante Gesetzesänderung wendet. Einen “selbsverstümmlerischen Versuch” nennen die Initiatoren der Petition – die “Gruppo di Intervento Giuridico” (Grig, Gruppe des juristischen Eingriffs”) – die Gesetzesnovelle (siehe Eintrag 1. Juni 2020 weiter untern).

Wer die Petition unterschreiben möchte, kann das hier tun.

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Noch ein unbebautes Paradies: Cala Zafferano bei Teulada in Sardiniens Südwesten.

“Immer nur Zement als Antwort auf Krise”: Schon 25.000 Unterschriften gegen Bebauungsnovelle für Sardiniens Küsten

Cagliari, 1. Juni 2020. Bereits mehr als 25.000 Menschen haben inzwischen eine Petition an den italienischen Tourismusminister und den sardischen Ministerpräsidenten Christian Solinas unterschrieben, die sich gegen Neubauten an der Küste Sardiniens innerhalb der Sperrzone von 300 Metern entlang des Meeres wenden.

Die Initiatoren der Petition des “Gruppo di Intervento Giuridico” (Grig, Gruppe des juristischen Eingriffs”) greifen damit einen Gesetzesnovelle der sardischen Regierung zum Hausbau an, der zwar schon Ende 2019 fertiggestellt worden sei, “aber auch einen Monat später noch immer unbekannt ist und nicht einmal dem Regionalparlament vorgestellt wurde”, so die Initiatoren. Offenbar sieht er vor, dass die Schwelle der 300 Meter Mindestabstand nun fallen soll. Ihr und anderen Bauauflagen verdankt Sardinien unter anderem, dass Bauexzesse wie auf den Balearen oder den Kanaren in Sardinien nie realisiert werden konnten.

“Böldsinniger, selbstverstümmlerischer Versuch”

Die Petition wendet sich vor allem gegen die “einzige Reaktion, zu der die politische Welt Sardiniens seit Jahrzehnten fähig ist: Zement an der Küste mit der Begründung, die würde dem Tourismus nützen”, so die Initiatoren.

Jetzt die Immobilienspekulation an Sardiniens Küste anzufachen, sei ein “blödsinniger und selbstverstümmlerischer Versuch”, zitierte die Agentur Stefano Deliperi vom Grig. Schließlich handele es sich um den “wertvollsten Teil des landschaftlichen Erbes der Insel, das fundamental für den erfolgreichen Tourismus ist”. Und dieser Tourismus wiederum sei unverzichtbar für eine “immer katastrophalere lokale Wirtschaft”, die immer mehr unter schlechter Infrastruktur im öffentlichen Transport- und Schulbereich leide.

Wer die Petition unterschreiben möchte, kann das hier tun.

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11 Antworten

  1. Klaus Fischer sagt:

    Die Vernunft wird siegen und das Vorhaben wird scheitern. Das ist mein credo.

  2. Ilse Barre sagt:

    Non veniamo piu se costruite nuove Case vicino alla spiaggia.

  3. Wir alle lieben die Insel. Wir Deutschen kommen wegen der wunderschönen Landschaft, den gastfreundlichen Menschen und den paradiesischen STRÄNDEN! Wenn ihr die mit Beton zubaut, werden wir nicht mehr kommen.
    Wir fahren nach Sardinien, WEIL es dort noch so schön ist, weil die Natur noch gut erhalten ist. Wollten wir Hotelklötze und betonierte Strände würden wir auf die Ballearen oder die Kanarischen Insel fahren!

    Adoriamo tutti l’isola. Noi tedeschi veniamo per il bellissimo paesaggio, le persone ospitali e le SPIAGGE paradisiache! Se le costruisci con cemento, non verremo più.
    Andiamo in Sardegna, PERCHÉ è ancora così bello perché la natura è ancora ben conservata. Se volessimo blocchi di hotel e spiagge di cemento, andremmo alle Ballearen o alle Isole Canarie!

  4. Marina sagt:

    Hallo zusammen,

    Ich versuche die Petition zu unterschreiben aber es tritt immer ein Fehler auf. Ist es noch aktiv?

  5. j.kempermann sagt:

    das ist ja wohl das blödeste was ich eben über das neue baurecht gelesen habe. ich war immer so stolz auf meine sarden dass dem wiederstanden habem!!!
    seit 1974 kenne ich sardinien.

  6. Meier sagt:

    Danke für die Info. Noch toller wäre ein Link zu dieser Petition oder ähnliches gewesen, das man hätte unterschreiben können!

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