Unglaublicher Vorgang: Umweltaktivisten kaufen Dünen von Chia – Hafenbehörde blockiert Aktion

Zählen zu den magischsten Plätzen ganz Sardiniens: die Dünen von Chia. Foto: Ulf Lüdeke

Es klingt wie ein verspäteter Aprilscherz, aber es ist keiner: Eine Gruppe von Umweltschützern, die sich „Gruppo d’intervento giuridico“ (Gig) nennt („Juristische Interventions-Gruppe“), hat fast die Hälfte der legendären Dünen von Chia gekauft.

9,5 Hektar der Dünen befanden sich bislang im Besitz von insgesamt neun Privatpersonen, berichtet die Nachrichtenagentur ANSA. Eine dieser Personen hat rund vier Hektar zum Verkauf ausgeschrieben. Die „Gig“ habe in einem notariell beglaubigten Kaufvorvertrag bereits rund 30.000 Euro an den Verkäufer überwiesen, die über Spenden eingenommen worden waren. Die Transaktion wurde in dem Moment bekannt, als die „Gig“ den definitiven Kaufvertrag bei der für den Küstenabschnitt zuständigen Hafenbehörde zum Gegenzeichnen vorlegte. Die Behörde habe den Vorgang zunächst gestoppt.

Die Intention der Umweltschützer war allerdings nicht, das Gebiet nach dem Erwerb für die Öffentlichkeit zu sperren. Im Gegenteil: mit dem Kauf wollte die Gruppe lediglich verhindern, dass Immobilienhaie sich das Gebiet unter den Nagel reißen und dort vielleicht Hotels planen könnten. Die Umweltorganisation habe bereits umgehend damit begonnen, einen Teil der Spenden in Höhe von insgesamt 80.000 an die Spender zurückzuzahlen, hieß es.

Dünen, Dünen, Dünen… von Chia. Foto: Ulf Lüdeke

Die Hafenbehörde sowie die Agentur für Verwaltung von Staatsbesitz hätten bei Bekanntwerden des Kaufvorvertrages erklärt, dass das Gelände sich bereits in Staatsbesitz befände. Was wiederum von den Umweltschützern aufs Schärfste als ein „typisch italienisches Chaos“ kritisiert wurde, weil dieser Tatbestand bislang niemals öffentlich gemacht worden sei. Denn die Dünen, so die „Gig“, seien im Gegensatz zum Strand nicht automatisch Teil des staatlichen Seegebietes.

Womit alles geklärt zu sein scheint? Sieht ganz so aus. Wenn es sich nicht um Italien handeln würde. Denn wie so oft ist in diesem paradiesisch schönen Land nichts geklärt, bevor nicht nach jahrzehntelangen Rechtsstreitigkeiten irgendwelche Fristen verstrichen sind und am Ende diejenigen Recht bekommen, die kein Recht haben.

Fortsetzung folgt.

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