Verschärfte Kontrollen, bis 3000 Euro Strafe: Immer mehr Sanddiebe auf Sardinien

Cagliari, 07. Juni 24. In der ersten Juniwoche wurden auf Sardinien erneut mehrere Touristen bei Kontrollen am Flughafen aufgegriffen: Wieder ging es um Säcke voller Quarzsand, Muscheln, Stalagmiten und sogar Nuraghensteine, wie ilSole24ore berichtet.

Bereits seit 2017 ist es auf Sardinien verboten, Sand, Muscheln, Steine und andere Souvenirs, die nicht aus einem Geschäft stammen, mitzunehmen. Wer es dennoch wagt, riskiert nicht nur seinen Sandsack, sondern auch den gesamten Geldbeutel: 500 bis über 3000 Euro Strafe können die Behörden je nach entwendeter Menge von den Delinquenten verlangen.

Über 56.000 Euro Strafen im Sommer 2022

Was vor einigen Jahren noch ein harmloses Souvenir war, gilt heute als schwerer Diebstahl. 2022 gab es laut Ansa.it 56 Anzeigen: Insgesamt wurden 72 kg Sand und Muscheln beschlagnahmt, die Strafen beliefen sich auf über 56.000 Euro. Im April 2024 wurde eine französische Touristin am Flughafen Elmas angehalten: Sie hatte unter anderem 8 Stalagmiten in ihrem Koffer verstaut, um sie mit nach Paris zu nehmen.

Der genaue geologische Ursprung des Sandes ist noch unklar, aber die wahrscheinlichste Hypothese ist, dass sich im Laufe der Zeit Quarz aus dem Granitgestein des Meeresbodens gelöst hat, während sich die anderen Mineralien mit dem Wasser vermischten.

Nur 50 Quarzstrände Weltweit

Die wunderbaren Sandkörner aus weißem (wie in diesem Foto von Daniele Macis, in Is Arutas) oder rosa Quarz (wie auf der Budelli-Insel) sind ein echter Hingucker. Tatsächlich gibt es weltweit nur etwa 50 Strände mit solchem Sand. Und bei der ständigen Ausbeutung, die, wenn sie nicht überwacht würde, mit den Millionen von Touristen Tonnen von Sand mit sich brächte, gäbe es diese Strände in wenigen Jahren nicht mehr.

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