Polizei Oristano bezichtigt Rentner (77) des Mordes aus Eifersucht: Sardischer Gatte von Brigitte P. verhaftet

Ein Boot der Guardia Costiera sucht die Küste vor Su Pallosu nach Beweisstücken ab, nachdem Fischer die Leiche der 76-jährigen deutschen Rentnerin Brigitte P. im Meer treibend gefunden hatte. Foto/Screenshot: Videolina

Die Polizei aus Oristano hat am Donnerstag den Ehemann der 76 Jahre alten Deutschen Brigitte P. festgenommen. Der ein Jahr ältere Sarde Giovanni P. steht im Verdacht, seine Frau aus Eifersucht wegen einer außerehelichen Affäre ertränkt zu haben, berichtet die Nachrichtenagentur ANSA. Brigitte P., die bereits mehrere Jahre mit Giovanni P. in dem kleinen Ort Narbolia in der nördlichen Provinz Oristano lebte, war am 13. Oktober drei Tage nach ihrem mysteriösen Verschwinden aus Narbolia tot im Meer treibend von Fischern vor der nördlichen Küste der Sinis-Halbinsel bei Su Pallosu gefunden worden.

Giovanni P. hatte zunächst selbst die Polizei am Abend des 10. Oktober alarmiert. Seinen Angaben zufolge soll seine Frau ohne besonderen Grund das Haus lediglich mit einem Nachthemd und Pantoffeln bekleidet gegen 22 Uhr verlassen haben. Zuletzt war Anfang Januar bekanntgeworden, dass es offenbar kurz vor dem Verschwinden einen Streit zwischen den Eheleuten gegeben hatte.

Zunächst blieb unklar, wie Brigitte P., die an einer Gehbehinderung litt, überhaupt in der Nacht allein ans rund 10 Kilometer entfernte Meer an der sardischen Westküste gekommen sein soll. Bei den Vernehmungen soll sich Giovanni P. jedoch im Laufe der Ermittlungen in mehrere Widersprüche verstrickt haben.

So habe er der Ermittlern detaillierte Angaben zum Abendessen am 10. Oktober gemacht, berichtet „L’Unione Sarda“. Die Obduktion ergab jedoch nicht nur Tod durch Ertrinken, sondern auch, dass die deutsche Rentnerin am Abend ihres Todes überhaupt nichts gegessen hatte.

Auch zur Kleidung der Rentnerin waren schnell Ungereimtheiten aufgetaucht. Denn die Deutsche trug dem Bericht zufolge kein Nachthemd, als die Fischer sie im Meer fanden, sondern feste Schuhe und eine Hose.

Kuriose Widersprüche gab es auch, was das Ehebett betrifft. Denn laut dem Verdächtigen soll er bereits unmittelbar vor dem angeblich mysteriösen Verschwinden mit seiner Frau im Bett gelegen haben. Das Bett soll sich nach Angaben der Ermittler, die vom Ehemann selbst alarmiert worden war, jedoch noch in unberührtem Zustand befunden haben.

Von Narbolia sind es rund zehn Kilometer bis nach Torre del Pozza / Is Arena. Möglicherweise wurde Brigitte P. dort vom Ehemann ertränkt. Drei Tage später fanden Fischer sie tot im Meer treibend bei Su Pallosu.

Noch viel belastender für den Gatten allerdings sind Sandkörner, die die Spurensicherung an den Kleidern von seiner 76-jährigen Ehefrau fand. Untersuchungen haben laut „L’Unione Sarda“ ergeben haben, dass sie vom Strand zwischen Torre del Pozzo bei S’Archittu und Is Arenas stammen – genau jenem Strand, der am schnellsten von Narbolia aus in etwas mehr als zehn Minuten Autofahrt erreicht werden kann. Spuren desselben Sandes sollen auch im Wagen von Giovanni P. gefunden worden sein.

Die Entscheidung, den 77-Jährigen in Sicherheitsverwahrung zu nehmen, habe die Staatsanwaltschaft mit der Befürchtung begründet, Giovanni P. hätte auch den Liebhaber seiner Ehefrau töten können.

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