Fast 300.000 Klicks nach drei Tagen: „Arte“-Reportage über Italiens berühmtesten Insel-Eremiten begeistert Netz

Palau, 19. Januar 2020. Jeden Morgen die Füße ins warme Meerwasser tauchen, die Sonne über dem Horizont aufgehen sehen, wilden Spargel ernten, zarte Goldbrassen fischen und über dem offenen Feuer grillen, eingebettet in mediterrane Macchia zwischen Mastixbäumen, wilden Orchideen, Strandlilien und Rebstocken? Wer hätte nich schon einmal davon geträumt, den Urlaub endlos zu verlängern, nicht mehr zurückzukehren in die Stadt, alles aufzugeben und sich fortan auf die Schönheit der Natur zu konzentrieren, die das Mittelmeer von Mai bis November warm umspült?

Nur wenige wagen es, doch unglaublich viele träumen offenbar davon. Nur so kann es zu erklären sein, dass eine halbstündige TV-Reportage von Italiens berühmtestem Eremiten Mauro Morandi, von „Arte“ vor drei Tagen auch auf Youtube publiziert, inzwischen fast 300.000 Mal geklickt wurde.

Sardinien Intim berichtet seit Jahren über Mauro, der auf der winzigen Insel Budelli im Maddalena-Archipel an den Bocche di Bonifacio seinen Südsee-Traum lebt – seit mehr als drei Jahrzehnten.

Unter der Rubrik L’oblò di Mauro („Das Bullauge von Mauro“) werden hier in unregelmäßigen Abständen kunstvolle Fotografien des Einsiedlers veröffentlicht, mit der er der Welt sommers und winters intime Einblicke in seine gediegen schöne Bucht am legendären Rosa Strand gewährt, unsterblich gemacht von niemand geringerem als Michelangelo Antonioni in seinem ersten Farbfilm „Die Rote Wüste“.

„Deutschlandradio Kultur“ sendete schon vor Jahren eine Reportage von Mauro und seinem Strand, wie auch eine Reportage im deutschen „Playboy“ ebenfalls vom Blogautor verfasst und fotografiert. Selbst „National Geographic“ widmete dem gebürtigen Modenesen einen Beitrag. Und nun zollte ihm auch der wunderbare deutsch-französische Kultur-TV-Kanal „Arte“ eine Hommage.

Besonders am „Der König der Einsamkeit“ sind ungewöhnliche Perspektiven, die einen sehr kompakten und intensiven Einblick in den Alltag von Mauro erlauben. Immer nah dran am Protagonisten und seiner kleinen Welt mit dem einzigen Haus einen Muschelwurf vom Rosa Strand entfernt, werden die vielen Geschichten, die Mauro mit seinem rauchigen Bariton erzählt, optisch eingerahmt von paradiesischen Panoramen der 1,6 Quadratkilometer kleinen Insel. Das Arte-Team setzte dabei auch Drohnen- und Unterwasserkameras ein, die einen 360-Grad-Blick auf diese Perle des Maddalena-Archipels gestatten, der optisch besser als je zuvor die atemberaubende Schönheit dieses Flecken Erdes in Szene setzt.

Und die Reportage widmet sich auch der ungewissen Zukunft von Mauro, wie lange er noch auf der Insel bleiben kann. Denn Budelli wurde vor wenigen Jahren von einem Privatier an den Staat verkauft. Mauro, der dort 25 Jahre lang als Inselwächter arbeitete, hat eigentlich keine legale Berechtigung mehr, dort zu bleiben. Denn das Gebiet ist Naturschutzgebiet und das Haus, das als Unterkunft für einen kleinen vorgeschobenen Posten des italienischen Militärs im Zweiten Weltkrieg diente, gilt als baufällig und hat ein Dach aus Asbest, das längst hätte entsorgt werden müssen. Über den Streit, der sich zwischen dem Einsiedler und der Naturparkverwaltung des La-Maddalena-Archipels nach dem Verkauf entwickelte, wurde Mauro in Italien bekannt.

Doch Italien wäre nicht Italien, wenn sich für den Modenesen, der in wenigen Tagen 81 Jahre alt wird, eine Lösung finden lässt. Selbst wenn sie nur aus Warten besteht.

„Der König der Einsamkeit“ ist bei „Arte“ bis zum 30. März 2020 noch online und auch auf Youtube auf Deutsch und Französisch zu sehen.

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1 Antwort

  1. Ich habe die fragliche Doku über diesen faszinierenden Aussteiger bereits am 01.01.20 mit großer Begeisterung und Anteilnahme verfolgt, zumal ich vor 5 Jahren einen unvergesslichen Sprachurlaub auf Sardinien im Raume Olbia verbracht habe und gerade den Norden dieser wunderschönen Insel kenne. Somit kann ich sehr gut nachempfinden, dass Mauro Morandi sein dortiges Leben im Einklang mit der Natur schätzt und genießt!

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